Aktuelle Infos zu Gottesdiensten, Kindertagesstätten und Erzbischöflichen Schulen

3. Dezember 2020 Newsdesk

Der Ausbruch der Corona-Pandemie wirft auch in der Kirche und ihren Einrichtungen viele Fragen auf. Im Mittelpunkt steht der Schutz der Menschen und ihrer Gesundheit. Es gilt, in allen Bereichen verantwortlich zu handeln. Die Hinweise und Regelungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie im Erzbistum Köln auf dieser Seite werden regelmäßig aktualisiert.

„Ich bin froh und erleichtert, dass wir trotz der neuen Restriktionen, die jetzt nötig geworden sind, unsere Gottesdienste weiterhin feiern können. Gerade jetzt brauchen wir das gemeinsame Gebet mehr denn je. Und wir sollten in dieses Gebet alle Corona-Kranken einschließen, aber auch alle, die jetzt indirekt von diesen Maßnahmen betroffen sind, weil sie etwa um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz fürchten oder unter Einsamkeit leiden.“ (Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am 29. Oktober)

Letzte Aktualisierungen:

3.12.: Regelungen zu Gottesdiensten

3.12.: Regelungen für Sternsinger-Aktion

3.12.: Regelungen zu weiteren Versammlungen zur Religionsausübung

3.12.: Regelungen zu Konzerten, Gemeinde- und Chorgesang

Durch sein Hygienekonzept hat das Erzbistum Köln anerkanntermaßen einen hohen Standard des Infektionsschutzes erreicht, der es ermöglicht, weiterhin Gottesdienste verantwortet feiern zu können. Dies ist den Kirchen auch für Weihnachten explizit zugesagt worden.

Auch die neugefasste Coronaschutzverordnung NRW erlaubt es unserer Kirche gem. § 1 Abs. 3, das Schutzkonzept für den grundrechtlich geschützten Bereich der Religionsausübung und damit insbesondere für den liturgischen Bereich in eigener Verantwortung zu regeln. Dabei sollen sich die kirchlichen Regelungen an den Vorgaben der Coronaschutzverordnung orientieren.

In expliziter Absprache mit dem Land NRW bleibt in allen Kirchengemeinden in NRW der Gesang erlaubt. Auch in Rheinland-Pfalz bleibt der Gemeindegesang weiter möglich.

Für das Erzbistum Köln gelten folgende Regelungen für Gottesdienste:

  • Es gelten die Regelungen der Coronaschutzverordnung zum Mindestabstand sowie zur einfachen Rückverfolgbarkeit. Im Freien entfällt das Gebot der einfachen Rückverfolgbarkeit. Der Zu- und Abgang ist im Blick auf die Obergrenze von 500 Personen jedoch zu regeln und daher eine Abgrenzung notwendig.
  • Der Mindestabstand zwischen Gläubigen beträgt bei Gemeindegesang 2 m. Familien oder häusliche Gemeinschaften werden wie bisher nicht getrennt.
    Abweichend hiervon gilt in Rheinland-Pfalz bei Gemeindegesang ein Mindestabstand von 3 m.
  • Die zulässige Teilnehmerzahl pro Gottesdienst in einer Kirche wird auf 250 Personen begrenzt, im Freien auf 500 Personen.
  • Die Gottesdienstbesucher tragen eine Mund-Nase-Bedeckung, auch am Sitzplatz.
    Gottesdienstbesucher, die aus medizinischen Gründen mit Attest von der Maskenpflicht befreit sind, tragen ein Schutzvisier. Ausgenommen sind Zelebranten, liturgische Dienste, Lektoren und Vorsänger – unter Wahrung des Mindestabstandes. Kinder bis zum schulpflichtigen Alter sind von der Maskenpflicht befreit.
  • Wer Symptome einer Erkrankung aufweist oder bei wem der Verdacht auf Erkrankung besteht, soll auf die Teilnahme an Gottesdiensten verzichten. Er soll auch keinen liturgischen Dienst ausüben.
  • Die Sonntagspflicht bleibt vorerst ausgesetzt. Die Gläubigen sollen auf geeigneten Wegen ermuntert werden, den Sonntag auf eigene Weise zu heiligen, sofern ihnen der Besuch der Heiligen Messe nicht möglich ist. Hinweise auf Gottesdienstübertragungen finden Sie auf: www.erzbistum-koeln.de/livemesse
  • Das Gotteslob kann den Gläubigen zur Verfügung gestellt werden, wenn zwischen zwei Nutzungen mind. 72 Stunden liegen.

Gottesdienste im Freien

Liturgische Feiern im Freien sind mit den örtlichen Behörden abzustimmen. Die zulässige Teilnehmerzahl pro Gottesdienst beträgt maximal 500 Personen. Auch bei liturgischen Feiern im Freien gilt eine permanente Maskenpflicht.

 

Persönliches Gebet

Die Kirchen sollen nach Möglichkeit zu den gewohnten Zeiten in der je üblichen Weise und unter Beachtung der bekannt gemachten Hygieneregeln für das persönliche Gebet geöffnet bleiben; hierbei sind in jedem Falle die jeweils geltenden amtlichen Verfügungen (z.B. Versammlungsbeschränkungen oder -verbote) maßgeblich. Die Spendung der Hl. Kommunion für Schwerkranke und Sterbende sowie der Krankensalbung erfolgt in der bisher gewohnten Weise.

  1. Personen mit Krankheitssymptomen können am Dreikönigssingen nicht teilnehmen.
  2. Es gelten die allgemeinen Regeln zum Mindestabstand (vgl. § 2 Abs 1 CoronaSchVO). Wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden können, ist eine Alltagsmaske zu tragen (vgl. § 2 Abs. 3).
  3. Die Rückverfolgbarkeit der Kontakte ist sowohl bei den Teilnehmern wie bei den Besuchten zu gewährleisten (vgl. § 4a CoronaSchVO).
  4. Beim Treffen und Ankleiden der Sternsinger sind die Abstandregeln und das Tragen der Alltagsmaske zu beachten. Das Ankleiden erfolgt nach Möglichkeit gruppenweise. 
  5. Gemeinsame Mahlzeiten finden unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln statt.
  6. Eine Sternsingergruppe besteht aus höchstens fünf Personen.
  7. Im PKW tragen alle Personen eine Maske. 
  8. Das Singen erfolgt nur im Freien und unterliegt den Regelungen der CoronaSchutzVO (Mindestabstand untereinander und zu anderen Personen von 2 m, vgl. § 2 Abs. 4). Gleiches gilt für die Nutzung von Blasinstrumenten. 
  9. Wohn- bzw. Privaträume werden nicht betreten. Die Sternsinger begegnen den Menschen vor der Tür oder im Treppenhaus und halten den Mindestabstand zu den besuchten Personen ein.
  10. Die Spendenübergabe erfolgt unter Einhaltung des Mindestabstandes – z. B. mit Hilfe einer Spendendose am Stock, eines Keschers oder ähnlichem.
  11. Senioren- und Pflegeheime sowie Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen werden die Sternsinger nicht betreten. Stattdessen versammeln sich die Sternsinger vor der Tür oder in einem Innenhof, um zu singen und um den Segen zu erbitten. 
  12. Für Gaststätten, Ladenlokale und öffentliche Einrichtungen oder Ämter gelten die gleichen Regeln wie für Privatwohnungen: Die Sternsinger überbringen den Segen vor der Tür und nehmen dort auch die Spende entgegen.
  13. Besuche beim Bürgermeister, Stadträten, in öffentlichen Einrichtungen etc. finden entweder vor der Tür oder in ausreichend großen und gut belüfteten Räumen statt. In Innenräumen tragen alle Beteiligten eine Alltagsmaske und beachten die allgemeinen Hygieneregeln.

> Hygienekonzept zur Aktion Dreikönigssingen 2021 (PDF)

Neben Gottesdiensten sind auch andere Versammlungen zur Religionsausübung erlaubt. Katechesen, Glaubensgespräche, Bibelkreise o.ä. können mit den üblichen Abstandgeboten und Tragen der Alltagsmaske mit bis zu 20 Personen stattfinden. Lüftung und Rückverfolgbarkeit sind sicherzustellen.

In Kirchenräumen sollte möglichst eine relative Luftfeuchte zwischen 50 und 60 % herrschen. An kalten Tagen mit trockener Luft draußen kann dieser Wert nur bei niedrigen Innenraumtemperaturen - ggf. zwischen 10 bis 12 Grad erreicht werden. Wer einmal in einer kalten Winternacht im ungeheizten Dom die Christmette bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt mitgefeiert hat, der würde eine Raumtemperatur von 12 Grad bereits als angenehm empfinden.

Wie Diözesanbaumeister Martin Struck gegenüber der Kirchenzeitung sagte, diene die Empfehlung der genannten relativen Luftfeuchte vor allem der Verhinderung der zu leichten Ausbreitung von Viren tragenden Aerosolen, die maßgeblich für die Infektion mit Corona verantwortlich gemacht werden. „Im Winter ist die Luft ohnehin besonders trocken. Durch das Heizen würde diese geringe Luftfeuchtigkeit dann noch mehr reduziert. In der Folge könnten die Aerosole ‚trocknen‘ und die Viren sich leichter verbreiten als in feuchterer Luft.“

Erschwerend komme hinzu, dass die in den meisten Kirchen eingebauten Heizungen Warmluftheizungen seien, die die Luft verwirbelten und dadurch ebenfalls zu einer stärkeren Verbreitung der Aerosole beitrügen. Deshalb laute die Empfehlung, die Heizungen auf niedriger Grundtemperatur zu betreiben und sie spätestens 30 Minuten vor Beginn des Gottesdienstes abzuschalten.

Dringend rät der Diözesanbaumeister von der ansonsten empfohlenen Methode, die Räume während der Nutzung zu lüften, ab. „Bei Kirchen führen offene Türen und Fenster zu ungleichmäßigen Luftbewegungen, zum Absinken der relativen Luftfeuchte und Verteilung von Viren. Der Vorteil von Kirchenräumen – ihr großes Luftvolumen in Relation zur Nutzerzahl – erlaubt einen kurzzeitigen Verzicht auf die Lüftung währen des Gottesdienstes. Selbstverständlich muss man danach unbedingt wieder für frische Luft sorgen.“

Abgesehen davon, dass mit den empfohlenen Maßnahmen Gesundheitsvorsorge betrieben werde, schone ein Absenken der Raumtemperatur und die damit einhergehende Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit die hölzernen Kunstwerke und Orgeln.
(Kirchenzeitung Köln/Robert Boecker)

Gemeindegesang in öffentlichen Gottesdiensten

  • In der Kirche
    Aufgrund der beim Singen höheren Ansteckungsgefahr durch große Tröpfchen und Aerosole muss ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden.
    Der Gemeindegesang soll bei einem 60-minutigen Gottesdienst 5 Minuten nicht übersteigen. Bei einer Raumhöhe von über 10 m kann der Gesang bis zu 10 Minuten dauern.
    Grundsätzlich laden wir zum Mitsingen der Gemeinden ein.

    Regelungen für Gemeinden in Rheinland-Pfalz:

    Es wird empfohlen, in geschlossenen Räumen auf Gemeindegesang zu verzichten. Der Mindestabstand während des Gottesdienstes muss zwischen den Personen in allen Richtungen mindestens 1,5 Meter betragen. Kehrverse und der Hallelujaruf zum Evangelium dürfen angestimmt werden.
    Eine Einzelstimme, eine Musikgruppe oder ein Chor kann die Gottesdienste musikalisch mitgestalten. Grundsätzlich ist auf einen Abstand von 3 Metern zwischen Sängerinnen und Sängern sowie Blasinstrumenten zu achten.

  • Im Freien
    Im Freien ist das Mitsingen der Gemeinde möglich, solange ein Mindestabstand von 2 Metern zwischen den Singenden zu jeder Zeit eingehalten wird. Im Freien ist die Singzeit nicht begrenzt.

  • Lieberbuch/Gotteslob

    Wo Gläubige für den Gesang nicht ihr eigenes Gotteslob mitbringen, können auch Liedzettel angefertigt werden. Ein Hinweis auf dem Zettel, dass diese von den Gläubigen selbst entsorgt werden sollen, ist angeraten. Auf keinen Fall soll ein Blatt von mehreren Personen genutzt werden.

    Das Gotteslob kann den Gläubigen zur Verfügung gestellt werden, wenn zwischen zwei Nutzungen mind. 72 Stunden liegen.

Chorproben und Chorgesang

  • Chorproben und Chorsingen sind aktuell nicht gestattet. Ausnahme sind Proben für einen konkreten Gottesdienst. Hierfür dürfen bis zu sechs Personen zusätzlich zu einem/einer Leiter/in mit einem radialen Abstand von mindestens zwei Metern zueinander proben und singen. Die gleichen Bedingungen gelten dann für fdas Chorsingen während des Gottesdienstes.
  • Für Proben zur Gottesdienstvorbereitung gilt: mind. 7 qm Raumgröße pro Person, alle 30 Minuten Querlüften, vorzugsweise in Kirchenräumen proben (abseits der Heizungsschächte), max. 90 Minuten Probendauer.
  • Zwischen Kantoren/Vorsängergruppe und Gottesdienstbesuchern ist ein Abstand von 4 m einzuhalten.

Geistliche Konzerte

  • Geistliche Konzerte können nicht durchgeführt werden. Kirchenmusikalisch besonders gestaltete Gottesdienste sind unter den o.a. Bedingungen weiterhin möglich.
  • Als Vorfeier einer Liturgie oder auch zu deren Ausklang ist es möglich, im Freien vor der Kirche unter Wahrung der Abstandsregeln einige adventliche/weihnachtliche Lieder gemeinsam zu singen. Eine kleine Instrumentalgruppe von bis zu 6 Personen kann dazu einbezogen werden.

Taufen

Die Feier der der Taufe ist grundsätzlich möglich. Bei der Taufe stellen die Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen, das Auflegen der Hände und die Berührungen bei den ausdeutenden Zeichen keine gesundheitliche Gefahr dar. Um jede Gefahr auszuschließen, reinigt bzw. desinfiziert der Taufspender sich vor und ggf. auch während der Feier seine Hände.

Um eine Ansteckung durch die Atemluft zu vermeiden, sollte der Taufspender jeweils zunächst im Abstand von 1,5 bis 2 Metern die deutenden Worte sprechen und erst dann Nähertreten, um die Zeichenhandlung zu vollziehen. Alternativ dazu kann er auch einen Mundschutz tragen. Bei der Taufe selbst können die Zeichenhandlung (Übergießen mit Wasser) und die sakramentalen Worte (N., ich taufe dich …) nicht getrennt werden. Spätestens jetzt ist ein Mundschutz der Nahestehenden (Taufspender, Eltern, Paten etc.) erforderlich.

Kirchliche Trauungen

Kirchliche Trauungen sin möglich. Bei den Dialogen zur Vermählung ist der Mindestabstand zwischen Brautpaar und assistierendem Geistlichen zu berücksichtigen. Zur Bestätigung der Vermählung empfiehlt es sich, nach der Einladung „Reichen Sie nun einander die rechte Hand“ vorzutreten, die Stola schweigend um die beiden Hände zu legen, wieder zurückzutreten und erst dann fortzufahren.

Erstkommunionfeiern

Es ist abzusehen, dass die Einschränkungen im öffentlichen und kirchlichen Leben nicht nur einige Wochen, sondern vermutlich einige Monate gelten werden. Das hat zur Folge, dass Erstkommunionfeiern, Firmfeiern und Hochzeiten auf absehbare Zeit leider nicht in den bisher gewohnten gottesdienstlichen Größenordnungen gefeiert werden können. Auch die familiären Feiern danach werden noch längere Zeit von Einschränkungen betroffen sein. Daher empfiehlt sich örtlich entsprechend und zeitnah ein kleiner Rahmen.

Grundsätzlich sind die Pfarrer und Pastoralteams vor Ort diejenigen, die eine konkrete Situation am besten einschätzen können.

Firmungen

Firmungen finden mit einem eigenen Hygienekonzept statt. Firmkandidatinnen und -kandidaten können sich für Auskünfte an ihr jeweiliges Pfarrbüro wenden.

Bei Beisetzungen sind die Auflagen der Kommunen zu beachten. Gemäß § 13 Abs. 2 Nr. 5 CoronaSchVO NRW gibt es keine Begrenzung der Personenzahl. Bis auf die nahen Angehörigen müssen die Teilnehmenden den Mindestabstand einhalten und eine Alltagsmaske tragen.

Exequien bzw. Begräbnismessen sind unter denselben Bedingungen wie die anderen öffentlichen Gottesdienste möglich.

Auch in den Kirchen des Erzbistums Köln können seit 1. Mai 2020 wieder Gottesdienste in Anwesenheit von Gläubigen gefeiert werden, sofern bestimmte Ordnungs-, Abstands- und Hygieneregeln befolgt werden. Gläubige, die weiterhin keinen Gottesdienst besuchen können, sind eingeladen, den Sonntag dennoch zu heiligen, indem sie über die Medien an einer konkreten Eucharistiefeier teilnehmen und diese intentional mitfeiern. Wenn sie dann nicht kommunizieren können, ist dennoch die geistliche Kommunion möglich, d.h. sie können sich im Gebet mit Christus verbinden.

DOMRADIO.DE überträgt an den Sonntagen die Heilige Messe aus dem Kölner Dom um 10:00 Uhr, an allen Werktagen morgens um 8:00 Uhr.

In der gegenwärtigen Ausnahmesituation gelten im Erzbistum Köln weiterhin die "schwerwiegenden Gründe", unter denen die Sonntagspflicht ausgesetzt ist.

Sollten wir als Gläubige nicht mehr auf das Gebet setzen statt auf hygienische Maßnahmen?

Unser Glaube bekennt, dass nicht nur die Seele des Menschen dem Schöpferwillen Gottes entspringt und entspricht, sondern auch sein Leib. Gemäß dem verbindlichen Katechismus der Katholischen Kirche hat dieser ebenfalls "an der Würde des Seins 'nach dem Bilde Gottes' teil" (n. 364). Deshalb darf man "das leibliche Leben nicht geringachten", sondern muss "im Gegenteil seinen Leib als von Gott geschaffen und zur Auferweckung am Jüngsten Tag bestimmt für gut und der Ehre würdig halten" (Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution 14,1).

Bei der Sorge für unseren Leib sind wir zwar auf Gottes Gnade angewiesen, sollen aber mit dieser zusammenwirken. Insofern haben wir für unsere Gesundheit "auf vernünftige Weise Sorge zu tragen und dabei auch die Bedürfnisse anderer und das Gemeinwohl zu berücksichtigen", wie wiederum der Katechismus mahnt (n. 2288). Er kommt zu dem Schluss: "Selbstverständlich schließt das Gebet den Gebrauch sinnvoller natürlicher Mittel zur Bewahrung und Wiedererlangung der Gesundheit nicht aus, sondern ermutigt vielmehr dazu, so wie es die Kinder der Kirche auch antreibt, sich um die Kranken zu sorgen und ihnen im Bemühen, über die Krankheit zu siegen, Hilfe an Leib und Geist zu gewähren. Es liegt nämlich durchaus im Plan der göttlichen Vorsehung, dass der Mensch gegen jede Art von Krankheit entschieden ankämpft und sich gewissenhaft mit aller Sorgfalt um das hohe Gut der Gesundheit bemüht" (n. 2834).

Kann es für einen traditionsbewussten Glauben wie den katholischen richtig sein, wegen eines Virus auf Gewohntes, Bewährtes und Geschätztes zu verzichten?

Wenn die Christen wie die Juden an den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs glauben, den "Gott eurer Väter" (Ex 3,6.13), dann gehören zu diesem Glauben geradezu naturgemäß auch Traditionen, überlieferte Überzeugungen und Bräuche, die man nicht geringschätzen sollte. So sehr aber Jesu Frohbotschaft auf solchen Überlieferungen aufbaute, so sehr war sie doch "eine neue Lehre mit Vollmacht" (Mk 1,27). Von Anfang an sind die Christen sich bewusst, dass sie "in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln" (Röm 6,4) und "in der neuen Wirklichkeit des Geistes dienen" (7,6). Christus selbst hat sehr pointiert darauf verwiesen, dass niemand "jungen Wein in alte Schläuche [füllt]. ... Junger Wein gehört in neue Schläuche" (Mk 2,22). Neues ist kein Feind des Christentums, sondern geradezu Teil seines Wesens!

Als Teile der Jerusalemer Urgemeinde verfolgt und zerstreut wurden, mussten sie auf vieles verzichten, was sie gewohnt waren und schätzten. Gerade dadurch aber wurde der erste Schritt zur Weltkirche getan, weil die Christen nun auch in der heidnischen Umwelt ihren Glauben bezeugten. Auf solchen krummen Zeilen schreibt Gott gerade! Wir müssen lernen, im Neuen, Fremden und Ungewohnten den Willen Gottes zu erkennen, ihn anzunehmen und zu tun. An der gegenwärtigen Herausforderung durch das Virus und den damit verbundenen Einschränkungen auch des religiösen Lebens muss unser Glaube nicht Schaden nehmen oder gar zerbrechen. Möglicherweise gelingt es uns gerade jetzt, lähmende Routinen zu durchbrechen, Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit abzuschütteln, die sich unbemerkt in unser religiöses Leben eingeschlichen haben! Wenn wir so unser Herz bereiten, können wir auch zu einer ganz neuen Wertschätzung des Glaubens gelangen, zu neuen Wegen, christlich zu beten, zu verkünden und zu wirken, kurz: zu einer neuen Perspektive, die unseren persönlichen Glauben bewusster, reicher und froher macht. 

Ist angesichts der gegenwärtige Epidemie nicht heroischer Bekennermut gefragt?

"Hauptsache gesund" - man stelle sich diese heute oft zu vernehmende Devise einmal im Mund eines Märtyrers vor! Die katholische Sittenlehre fordert zwar dazu auf, "das leibliche Leben zu achten", erklärt dieses aber "nicht zu einem absoluten Wert" (Katechismus der Katholischen Kirche 2289). Christus selbst hat das in drastische Worte gekleidet, wenn er während der Bergpredigt ausruft: "Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird" (Mt 5,29).

Wie der Text selbst erkennen lässt, gilt das Gebot, das leibliche Wohlergehen hintanzustellen, aber speziell für den Fall, dass dieses dem ewigen Heil schadet. Christliche Nächstenliebe tritt nicht nur in den großen Gesten zutage, sondern durchaus auch in kleinen Dingen. In unseren Tagen äußert sie sich schon darin, dass man um der Gesundheit anderer willen auf einen Besuch verzichtet, den man gerne gemacht hätte, oder auf eine Gesellschaft, die man sucht. Man kann "in seine Kammer gehen, die Tür zuschließen und dann zum Vater beten, der im Verborgenen ist" (vgl. Matthäusevangelium 6, 6) - also auch ohne von einer sichtbaren Gebetsgemeinschaft oder offiziellen Liturgie der Kirche getragen zu werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich für andere zu engagieren, die schlechter dran sind als man selbst.

Tatsächlich heroisch ist der alltägliche Einsatz derjenigen, die im Gesundheitswesen beschäftigt sind. Dasselbe gilt für solche, die auf die schützende Isolation verzichten und an ihrem Platz bleiben, um wichtige Grunddienste unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten: nicht aus Leichtsinn, sondern aus ihrem Verantwortungsgefühl heraus. Kurz: Während dieser Krise besteht der Heroismus natürlich nicht in Fahrlässigkeit. Wir finden ihn vielmehr überall da, wo Menschen sich trotz der gegenwärtig massiven Gefahren für Leib und Leben solidarisch für das Wohl der anderen einsetzen.

Kitas in NRW zum Regelbetrieb zurückgekehrt

Mit dem 17. August 2020 sind die Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen zum Regelbetrieb zurückgekehrt (Stand 18. August 2020). Damit endet das strikte Betretungsverbot von Kitas, das zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab dem 16. März 2020 für Eltern und Kinder galt. Anstelle der zunächst eingesetzten Notbetreuung bestimmter Kinder und des seit dem 8. Juni 2020 geltenden sog. eingeschränkten Regelbetriebs gilt seit dem 17. August 2020 wieder der „normale“ Regelbetrieb, jedoch unter Beachtung der allgemein geltenden Hygienemaßnahmen.

Rückkehr zum Regelbetrieb

Die Rückkehr zum Regelbetrieb gilt grundsätzlich unbefristet, es kann aber wieder zu Einschränkungen kommen, lokal oder auch landesweit, wenn die Entwicklung des Infektionsgeschehens dies erfordert. Mit der Aufnahme des Regelbetriebs gelten die rechtlichen Regelungen des Achten Sozialgesetzbuches (SGB VIII) und des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) wieder uneingeschränkt. Im Regelbetrieb haben alle Kinder wieder einen uneingeschränkten Anspruch auf Bildung, Erziehung und Betreuung, das heißt, auch in dem vertraglich vereinbarten Betreuungsumfang. Zudem können alle gewohnten pädagogischen Konzepte wieder umgesetzt werden, denn eine strikte Trennung von Gruppen, wie sie im eingeschränkten Regelbetrieb erforderlich war, muss nicht mehr eingehalten werden.

Begleitende Empfehlungen zum Regelbetrieb, gültig ab 17. August 2020

Um den pandemiebedingten Gefahren und Herausforderungen weiterhin in bestmöglicher Weise zu begegnen, wurden seitens der zuständigen Landesbehörden für den Kitabetrieb u.a. die nachfolgenden Empfehlungen ausgesprochen:

  • Alle Erwachsenen haben einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einzuhalten. Das gilt für die Beschäftigten und Kindertagespflegepersonen untereinander, zwischen den Beschäftigten bzw. Kindertagespflegepersonen und den Eltern und den Beschäftigten bzw. Kindertagespflegepersonen und Externen. 
  • Im Umgang mit anderen Erwachsenen muss immer dann eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht einzuhalten ist.
  • Eine Rückverfolgbarkeit von möglicherweise eintretendem Infektionsgeschehen muss weiterhin gewährleistet werden.
  • Notwendige Hygienemaßnahmen sind entsprechend dem Hygiene- und Infektionskonzept der Einrichtung umzusetzen.

Kinder mit Krankheitssymptomen

Grundsätzlich gilt, dass Kinder mit Fieber und Symptomen, die auf eine akute, infektiöse und ansteckende Erkrankung hinweisen, nicht betreut werden sollen. Treten die Symptome in der Einrichtung auf, sind die Kinder von den Eltern abzuholen.

Ein besonderes Augenmerk gilt für Symptome, die auch für eine COVID-19-Erkrankung kennzeichnend sein können (wie z.B. Fieber, trockener Husten, Atemnot, Halsschmerzen, Verlust des Geruchs-/Geschmacksinns, Muskel- und Gliederschmerzen). Eltern sind in der Verantwortung, die Symptome ggf. ärztlich abzuklären.

Auch Schnupfen kann auf eine COVIS-19-Erkrankung hindeuten. Es wird empfohlen, Kinder 24 Stunden zu Hause zu beobachten, ob weitere Symptome hinzukommen. Wenn das nicht der Fall ist, können die Kinder wieder in der Einrichtung betreut werden.

Link zur Coronabetreuungsverordnung NRW (ab 12. August 2020):

Hinweis: Die Verordnung enthält auch die bis zum 16. August 2020 geltenden Inhalte der bisherigen Verordnung; diese bisherigen Inhalte sind im Dokument in roter Schrift gesetzt.

> www.mags.nrw/sites/default/files/asset/document/200811_coronabetrvo_ab_12.08.2020.pdf


Das Land Rheinland-Pfalz hat in der Regel vergleichbare, zum Teil jedoch auch abweichende Vorgaben erlassen, über die die Kita-Einrichtungen informiert sind.

Alle Informationen zum Umgang mit der Ausbreitung des Corona-Virus, die seit Ende Februar an die Pastoralen Dienste versendet wurden:

> www.seelsorgepersonal.de

 

Weitere Informationen:

> Tipps für Fenster-Gottesdienste in Einrichtungen der Alten-, Behinderten-, und Hospizarbeit

> Tipps für das Livestreamen von Gottesdiensten

Corona-Krisenstab Erzbistum Köln

Für das Erzbischöfliche Generalvikariat ist ein Corona-Krisenstab eingerichtet. 

Sie erreichen den Corona-Krisenstab unter: corona@erzbistum-koeln.de

Zentrale Aufgaben des Krisenstabs

  • Koordination von Maßnahmen, die vom Krisenstab oder vom Generalvikar im Zusammenhang mit Covid-19 getroffen werden.
  • Gewährleistung der Vernetzung und der Information der Organisationseinheiten, der Einrichtungen und Dienststellen.
  • Koordination von Maßnahmen und Empfehlungen für die Kirchengemeinden und Kirchengemeindeverbände, u. a. mit Unterstützung der Regionalrendanturen, der leitenden Pfarrer und der Verwaltungsleitungen.
  • Entscheidung über Maßnahmen.